Faktenchecks und Daten zu aktuellen Themen

Der Brexit – das ist die Abkürzung für „British Exit“. Es bedeutet, dass das Vereinigte Königreich (also England, Schottland, Wales und Nordirland) aus der Europäischen Union (EU) ausgetreten ist. Das war ein langer Prozess, der nicht über Nacht geschah. Erinnere dich vielleicht an das Referendum im Jahr 2016. Damals haben sich die Briten mit einer knappen Mehrheit für den Austritt entschieden.
Der formelle Austritt fand am 31. Januar 2020 statt. Aber Achtung, das war nur der erste Schritt. Danach begann eine Übergangsphase. Diese Phase endete am 31. Dezember 2020. Ab dem 1. Januar 2021 gelten die neuen Regeln. Seitdem ist Großbritannien ein „Drittland“ im Verhältnis zur EU. Das ist der entscheidende Punkt, der jetzt deinen Alltag beeinflussen kann.
Wenn du wissen möchtest, was sich konkret geändert hat, schauen wir uns die wichtigsten Bereiche an. Hier geht es um die praktischen Auswirkungen des Brexit für dich, wenn du zum Beispiel handelst, reist oder arbeitest.
Warenverkehr und Zoll: Wenn du etwas nach Großbritannien schickst
Vor dem Brexit konntest du Waren einfach zwischen der EU und Großbritannien hin- und herschicken. Es gab keine großen Hürden. Seit 2021 ist das anders. Großbritannien ist nicht mehr Teil des EU-Binnenmarktes und der Zollunion. Was heißt das für dich?
Im Prinzip musst du jetzt Zollformulare ausfüllen, wenn du Waren über die Grenze bewegst. Das betrifft sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen, wenn die Menge eine gewisse Grenze überschreitet. Wenn du zum Beispiel eine größere Lieferung von Ersatzteilen nach Manchester schickst oder ein britisches Kleingewerbe belieferst, brauchst du eine EORI-Nummer. Das ist eine Identifikationsnummer für den Zoll.
Wichtig ist auch die Mehrwertsteuer (MwSt.). Die Regeln für die Einfuhrumsatzsteuer haben sich geändert. Oft muss der Empfänger in Großbritannien die britische Mehrwertsteuer bezahlen, anstatt dass du sie in Deutschland abführen musst. Prüfe immer die Incoterms – das sind internationale Handelsbedingungen – um zu wissen, wer für welche Kosten aufkommt. Das sind wichtige Brexit Daten, die du für deine Planung brauchst. Für tiefergehende Informationen zu Kriegen und deren Auswirkungen, siehe auch Zahlen und Fakten zum Afghanistan-Krieg.
Reisen und Aufenthalt: Was bedeutet das für deinen UK-Trip?
Du fragst dich bestimmt, wie es mit Reisen aussieht. Für touristische Aufenthalte hat sich das Prozedere vereinfacht, aber es gibt Unterschiede zum früheren Status:
• Visumspflicht: Für kurze Urlaube oder Geschäftsreisen brauchst du als EU-Bürger kein Visum. Du darfst dich bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen im Vereinigten Königreich aufhalten.
• Reisedokumente: Seit Oktober 2021 brauchst du für die Einreise nach Großbritannien deinen Reisepass. Der Personalausweis reicht nicht mehr aus. Das ist eine konkrete Änderung der Brexit Fakten, die du beim Packen nicht vergessen darfst.
• Arbeiten und Studieren: Hier wird es komplizierter. Wenn du länger im UK bleiben und arbeiten oder studieren möchtest, brauchst du in der Regel ein Visum. Die EU-Freizügigkeit gilt nicht mehr. Du musst dich für ein Punktesystem qualifizieren.
Wenn du nach Großbritannien ziehen möchtest, solltest du dich intensiv mit dem neuen „Points-Based Immigration System“ beschäftigen. Das ist ein klares Abkommen nach dem Brexit.
Dienstleistungen und gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen
Dieser Punkt ist oft unterschätzt. Vorher wurden Berufsqualifikationen (z.B. als Arzt, Architekt oder Handwerker) automatisch anerkannt. Das gilt jetzt nicht mehr pauschal. Wenn du deine erworbenen Qualifikationen in Großbritannien anerkennen lassen musst, kann der Prozess aufwendig werden. Du musst dich eventuell neu registrieren lassen oder zusätzliche Prüfungen ablegen. Das sind oft die stillen, aber spürbaren Konsequenzen der Trennung.
Der Schlüssel zu den aktuellen Regelungen liegt im „Trade and Cooperation Agreement“ (TCA), dem Handels- und Kooperationsabkommen. Dieses Abkommen regelt, wie EU und UK seit dem 1. Januar 2021 miteinander Handel treiben.
Die gute Nachricht: Das TCA sorgt dafür, dass es keinen „harten Schnitt“ ohne jegliche Vereinbarung gab. Es gibt zum Beispiel keine Zölle und keine Mengenbegrenzungen für Waren, die nachweislich aus der EU oder dem UK stammen. Das ist ein riesiger Vorteil gegenüber einem No-Deal-Szenario.
Aber Achtung: „Keine Zölle“ bedeutet nicht „keine Bürokratie“. Um diese Zollfreiheit zu nutzen, musst du nachweisen können, woher deine Ware kommt. Du brauchst sogenannte Ursprungsnachweise. Das ist oft der Knackpunkt für kleine und mittlere Unternehmen.
Die Nordirland-Frage: Ein kompliziertes Sonderkapitel
Nordirland nimmt eine Sonderstellung ein. Um die Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland (EU-Mitglied) offen zu halten – was historisch sehr wichtig ist –, wurde ein separates Protokoll vereinbart. Dieses Protokoll sorgt dafür, dass Nordirland in vielen Bereichen des EU-Binnenmarktes für Waren bleibt. Das hat aber zur Folge, dass Warenkontrollen zwischen Großbritannien (also England, z.B. von Liverpool nach Belfast) und Nordirland notwendig werden. Das ist ein Bereich, wo die Brexit daten und fakten besonders komplex sind und oft zu politischen Diskussionen führen.
Du möchtest wissen, was du jetzt anders machen solltest? Hier sind ein paar praxisnahe Hinweise, die dir helfen, dich im neuen System zurechtzufinden.
Wenn du online bestellst oder verkaufst
Kontrolliere immer, wo der Händler seinen Sitz hat. Wenn du in Deutschland etwas von einem britischen Shop kaufst, kann es sein, dass du beim Empfang Zollgebühren und die britische Mehrwertsteuer nachzahlen musst, da der Händler die Sendung nicht mehr „in die EU“ verkauft. Umgekehrt gilt dasselbe, wenn du nach Großbritannien lieferst.
Tipp: Frage beim Online-Kauf gezielt nach „DDP“ (Delivered Duty Paid). Das bedeutet, der Verkäufer kümmert sich um alle Gebühren und du zahlst nur den Produktpreis. Wenn dort „DAP“ (Delivered At Place) steht, musst du mit Überraschungen beim Zoll rechnen.
Wenn du in Großbritannien arbeiten oder leben möchtest
Vergiss das einfache Umziehen. Du brauchst jetzt eine klare Grundlage. Prüfe, ob du Anspruch auf den „Settled Status“ oder „Pre-Settled Status“ hast, wenn du vor dem 31. Dezember 2020 schon dort gelebt hast. Wenn du neu hinziehen willst, musst du dich durch das Punktesystem kämpfen. Informiere dich frühzeitig über Visabestimmungen, bevor du kündigst oder Verträge abschließt.
Wenn du ein Unternehmen führst
Deine größte Aufgabe ist die Dokumentation. Sorge dafür, dass du alle Unterlagen zur Warenherkunft hast (Ursprungserklärungen). Wenn du Handelsbeziehungen mit dem UK pflegst, brauchst du wahrscheinlich eine britische Steuernummer oder einen Vertreter vor Ort. Es lohnt sich, einen Zollagenten oder Berater hinzuzuziehen, um die spezifischen Brexit daten für dein Gewerbe zu klären.
Ich verstehe, wenn dir das alles zu viel wird. Es ist ein riesiger administrativer Aufwand, der durch den Austritt entstanden ist. Die britische Seite hat ihre eigenen Regeln eingeführt, die sich teilweise noch ändern. Es ist kein statischer Zustand, sondern ein dynamischer Prozess. Zweifel sind berechtigt, denn die Bürokratie ist für viele Geschäftsprozesse komplizierter geworden, als sie es in der EU waren. Es gibt keine einfache Antwort, die für alle passt, aber du kannst dich mit den richtigen Informationen wappnen.
muss ich jetzt ein visum für eine kurze reise nach london beantragen?
Nein, für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen benötigst du kein Visum. Du musst aber unbedingt deinen Reisepass mitnehmen, da der Personalausweis für die Einreise nicht mehr genügt. Prüfe vor der Reise die aktuellen Einreisebestimmungen, falls sich die Regelungen kurzfristig ändern sollten.
bekomme ich noch eu-leistungen, wenn ich in großbritannien lebe?
Das ist kompliziert und hängt stark davon ab, wann du dort gelebt hast und welchen Status du hast. Bürger, die vor dem Ende der Übergangsfrist dort gewohnt haben, haben oft einen Aufenthaltsstatus („Settled Status“), der viele Rechte sichert. Für neue Zuzüge gelten die allgemeinen Regelungen des neuen Einwanderungssystems, und die automatische Koordination von Sozialleistungen wie früher ist nicht mehr gegeben.
macht es für mein kleines online-geschäft noch sinn, nach großbritannien zu verkaufen?
Das hängt von der Größe deiner Verkäufe ab. Für sehr kleine Mengen ist es oft noch machbar, wenn du dich um die Zollpapiere kümmerst und die Einfuhrumsatzsteuer beim Kunden erklärst. Bei größeren Mengen musst du die Kosten für die Zollabwicklung und die möglichen Verzögerungen im Versand einkalkulieren. Vergleiche genau, ob die Marge das zusätzliche administrative Risiko deckt.