Faktenchecks und Daten zu aktuellen Themen

Nordkorea ist berühmt-berüchtigt für seine strengen Regeln und die absolute Kontrolle des Staates über das Leben seiner Bürger. Aber manchmal sind es die kleinen, skurrilen Details, die uns am meisten überraschen. Vergiss für einen Moment die großen politischen Schlagzeilen und lass uns die Alltagswelt der Menschen dort beleuchten, soweit wir das von außen tun können. Hier sind zehn wirklich erstaunliche Dinge, die du über die Führung und das Leben in Nordkorea vielleicht noch nicht wusstest.
###. Dies ist der Text:
1. Es gibt nur staatlich genehmigte Frisuren
Stell dir vor, du müsstest vor jedem Haarschnitt eine Liste von erlaubten Stilen durchgehen. Genau das ist in Nordkorea Realität. Die Staatsmedien geben regelmäßig Empfehlungen heraus, welche Frisuren angemessen sind. Für Männer gibt es meist nur eine Handvoll Schnitte, die den Führern ähneln sollen. Frauen haben ebenfalls eine begrenzte Auswahl. Die Logik dahinter: Alles, was zu westlich oder zu extravagant wirkt, ist unerwünscht. Es ist ein kleiner, aber feiner Weg, die individuelle Freiheit einzuschränken – schon beim Haaransatz. Übrigens, wenn du mehr über globale Umweltprobleme erfahren möchtest, dann lies doch mal unseren Beitrag über die erstaunlichen Fakten über Plastik im Meer.
VIDEO: 7 Fakten ber Nordkorea | logo! erklrt
2. Die offizielle Zeitrechnung weicht ab
Die meisten Länder rechnen nach der gregorianischen Zeitrechnung, die mit der Geburt Christi beginnt. Nordkorea benutzt stattdessen die sogenannte Juche-Ära. Diese Zählung begann im Geburtsjahr des Staatsgründers, also 1912. Wenn du also in Nordkorea wärst, wäre jetzt nicht das Jahr 2024, sondern das Jahr 113 der Juche-Ära. Diese Entscheidung unterstreicht den Personenkult: Alles dreht sich um die Dynastie, selbst die Zeit selbst wird nach ihr ausgerichtet. Das ist ein starkes Symbol für die Abgrenzung vom Rest der Welt.
3. Es gibt nur 28 zugelassene Frisuren für die gesamte Bevölkerung
Um das Thema Frisuren noch zu vertiefen: Die staatlich genehmigten Haarschnitte sind streng reguliert. Man spricht oft von 28 zugelassenen Stilen, wobei die genauen Vorgaben je nach Region und sozialem Status leicht variieren können. Verheiratete Frauen sollen zum Beispiel andere Schnitte tragen als unverheiratete. Das ist ein perfektes Beispiel, wie tiefgreifend die staatliche Kontrolle in den privaten Bereich eindringt. Wenn du also überlegst, was du in Nordkorea anders machen würdest, fängt es buchstäblich bei deinem Kopf an.
4. Die einzigen internationalen Flüge sind nach Peking
Wenn du aus Nordkorea fliegt, hast du extrem begrenzte Optionen. Der internationale Flugverkehr ist minimal und konzentriert sich fast ausschließlich auf die Hauptstadt von China, Peking. Der Hauptflughafen, der internationale Passagierflüge abfertigt, ist der Flughafen Sunan bei Pjöngjang. Die meisten internationalen Verbindungen laufen über die staatliche Fluggesellschaft. Das zeigt dir sofort, wie isoliert das Land wirtschaftlich und reisetechnisch von der Außenwelt abgeschnitten ist. Reisen ist Luxus und strengstens kontrolliert.
###. Dies ist der Text:
Mehr zu diesem Thema
Unverzichtbare Lesestücke zu Zehn kuriose fakten über nordkorea findest du hier.
• Zehn kuriose Fakten über Nordkorea | STERN.de
5. Die Hauptstadt Pjöngjang ist für Elite-Bürger reserviert
Pjöngjang sieht auf Fotos oft beeindruckend aus, mit breiten Straßen und modernen Gebäuden. Aber Achtung: Hier wohnen nur die politisch zuverlässigsten und loyalsten Bürger. Es gibt strenge Wohnortbeschränkungen. Wenn du nicht zur Elite gehörst oder eine spezielle Erlaubnis hast, darfst du dich dort nicht niederlassen. Die Bewohner von Pjöngjang genießen bessere Versorgung und Lebensqualität als der Rest des Landes. Das System schafft bewusst eine privilegierte Schicht, die das Regime stützt, während der Rest des Landes oft unter Mangel leidet. Das ist eine der wichtigsten Unterscheidungen im täglichen Leben.
6. Es gibt ein riesiges Skigebiet, das niemand besucht
Ja, du hast richtig gehört. Nordkorea hat ein modernes, riesiges Skigebiet namens Masikryong, das mit viel Propaganda beworben wurde. Es sollte zeigen, dass das Land moderne Freizeitangebote hat. Ironischerweise liegt es oft im Schnee, weil kaum jemand dort Skifahren geht. Entweder fehlen den Bürgern die Mittel und die Ausrüstung, oder es ist einfach nicht gestattet, die Freizeit dort zu verbringen, ohne eine staatliche Tour zu unternehmen. Es ist ein Symbol für ein Prestigeobjekt, das an der Realität der Bevölkerung vorbeigeht.
7. Es existiert ein staatlich sanktionierter Kalender für das Melken von Kühen
Ein wirklich bizarrer Punkt: In einigen ländlichen Regionen gibt es detaillierte Anweisungen, wann und wie oft Kühe gemolken werden müssen. Diese Anweisungen kommen von oben und sind im Staatsplan festgeschrieben. Es geht hier nicht nur um Landwirtschaft, sondern um die totale Kontrolle über Ressourcen und Routinen. Wenn du als Bauer in Nordkorea lebst, wird dir selbst die Melkfrequenz diktiert. Das zeigt, wie bürokratisch und kleinteilig die staatliche Planung dort sein kann.
8. Die Wahlen haben eine Beteiligungsquote von 99,99 %
Wenn in Nordkorea gewählt wird, erscheinen die offiziellen Zahlen immer mit einer fast perfekten Wahlbeteiligung und nahezu 100 % Zustimmung für die Kandidaten. Was du wissen musst: Es gibt nur einen Kandidaten auf dem Stimmzettel für jeden Posten. Du hast also die Wahl zwischen dem Kandidaten oder gar keiner Stimme. Wenn du nicht erscheinst, signalisierst du damit offene Opposition, was sehr gefährlich ist. Die hohe Quote ist somit kein Zeichen demokratischer Begeisterung, sondern ein Maßstab für die Angst der Bürger, sich zu verweigern.
9. Der einzige internationale Musikwettbewerb wird von nordkoreanischen Musikern dominiert
Nordkorea veranstaltet einen eigenen internationalen Wettbewerb für klassische Musik. Ironischerweise sind die meisten Teilnehmer und Gewinner oft selbst Nordkoreaner, die das Regime unterstützen. Es ist eine Plattform, um musikalische Talente zu präsentieren, aber immer unter der strengen Bedingung, dass die Musik politisch konform ist und die Größe des Regimes preist. Das ist ein Beispiel dafür, wie sogar Kunst instrumentalisiert wird, um das Bild nach außen zu formen.
10. Es gibt spezielle, streng limitierte rote Telefone für das Regime
Während die meisten Bürger kaum Zugang zu Telefonen haben, und die Nutzung des Internets für normale Leute praktisch unmöglich ist, verfügt die Führungselite über ein eigenes, streng abgeschottetes Kommunikationsnetzwerk. Es gibt Berichte über spezielle rote Telefone, die nur innerhalb der höchsten Kreise funktionieren und absolut abhörsicher sein sollen. Wenn du dir vorstellst, wie die Kommunikation dort funktioniert, siehst du eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Die, die alles wissen und kontrollieren, und die Masse, die nur das hört, was sie hören soll.
Wenn du diese zehn Punkte betrachtest, merkst du schnell: Nordkorea funktioniert nach einem anderen Schema als du es gewohnt bist. Es geht um maximale Kontrolle und das Schaffen einer eigenen Realität. Diese Kuriositäten sind keine harmlosen Spleens. Sie sind Symptome eines Systems, das versucht, jeden Aspekt des Lebens zu verwalten, von der Zeitrechnung bis zur Frisur. Du musst kein Experte für internationale Politik sein, um zu erkennen, dass diese Maßnahmen zeigen, wie tief die Ideologie in den Alltag eingegraben ist. Sie helfen dir, die Isolation und die Absurdität des Alltagslebens dort besser nachzuvollziehen, wenn du dich mit dem Thema beschäftigst.
darf ich als tourist einfach so reisen?
Nein, das ist praktisch unmöglich. Alle Reisen müssen über staatlich genehmigte Agenturen gebucht werden. Du bist während deines gesamten Aufenthalts ständig von staatlichen Führern begleitet. Freie Bewegung oder das Verlassen der erlaubten Routen ist strengstens untersagt. Du siehst nur, was man dir zeigen möchte.
gibt es in nordkorea internet für alle?
Nein, das normale Internet, wie du es kennst, existiert für die breite Bevölkerung nicht. Es gibt ein nationales Intranet namens Kwangmyong, das nur eingeschränkte, staatlich geprüfte Informationen enthält. Nur eine sehr kleine Elite hat Zugang zum globalen Internet, und das ist stark überwacht.
muss ich in nordkorea mein eigenes essen mitbringen?
Für Touristen gilt: Du musst deine eigene Verpflegung nicht im Sinne von haltbaren Lebensmitteln mitbringen, da die staatlichen Reiseagenturen für die Verpflegung sorgen. Allerdings ist die Qualität und Auswahl oft sehr begrenzt und richtet sich nach dem, was das Regime für Touristen bereitstellt. Du kannst nicht einfach in ein beliebiges lokales Geschäft gehen und einkaufen.